Uhrenmarken: die wichtigsten Hersteller im Überblick
Wer sich mit Uhrenmarken beschäftigt, steht schnell vor einem unübersichtlichen Feld: Allein die Schweiz exportierte im Jahr 2025 Uhren im Wert von 25,6 Milliarden Franken, verteilt auf mehrere Hundert Namen. Dazu kommen deutsche Manufakturen, japanische Hersteller und zahlreiche Marken, die zwar bekannt klingen, aber nur noch als Lizenzname existieren. Dieser Überblick ordnet die wichtigsten Uhrenmarken nach Herkunft, Konzernzugehörigkeit und Preisniveau – mit aktuellen Marktdaten statt Werbeversprechen.
Als Händler für gebrauchte Luxusuhren sehen wir täglich, welche Marken gefragt sind und welche sich schwertun. Deshalb finden Sie in diesem Artikel nicht nur Markenporträts, sondern auch konkrete Preisspannen aus dem aktuellen Gebrauchtmarkt (Stand 2026) und eine ehrliche Einschätzung dazu, was eine Marke beim Wiederverkauf wert ist. Einen Überblick über die Marken, die wir selbst führen, finden Sie in unserer Markenübersicht für Luxusuhren.
Der Markt hinter den Uhrenmarken: Wem gehört wer?
Die meisten bekannten Uhrenmarken sind keine eigenständigen Unternehmen mehr, sondern gehören zu einer Handvoll Konzerne. Das ist kein Nebenaspekt, sondern erklärt, warum sich Modelle verschiedener Marken technisch oft ähneln und warum ganze Preissegmente von wenigen Entscheidern gesteuert werden.
Die drei großen Konzerne
Swatch Group (Schweiz) vereint 16 Uhrenmarken unter einem Dach – von Einstiegsmarken bis zur Haute Horlogerie. Zum Portfolio gehören unter anderem Omega, Longines, Tissot, Certina, Hamilton, Mido, Rado und Blancpain. Nach aktuellen Branchenauswertungen hielt die Gruppe 2025 rund 16,1 Prozent des Schweizer Marktes.
Richemont (Schweiz) kommt auf etwa 17,6 Prozent Marktanteil und ist damit die derzeit größte Gruppe. Dazu zählen Cartier, IWC Schaffhausen, Jaeger-LeCoultre, Panerai, Vacheron Constantin, A. Lange & Söhne, Piaget und Baume et Mercier.
LVMH (Frankreich) ist mit rund 5,25 Prozent kleiner, aber prominent besetzt: TAG Heuer, Hublot, Zenith und Bulgari.
Die Unabhängigen – und warum sie den Markt dominieren
Die vier größten privat geführten Schweizer Hersteller – Rolex, Patek Philippe, Audemars Piguet und Richard Mille – kamen 2025 gemeinsam auf 49,1 Prozent Marktanteil und legten gegenüber dem Vorjahr um 2,2 Prozentpunkte zu. Rolex allein erwirtschaftete über elf Milliarden Franken Umsatz. Vier Namen decken damit rund die Hälfte des gesamten Schweizer Uhrenmarktes ab, während die Exporte insgesamt um 1,7 Prozent zurückgingen und die Stückzahlen sogar um 4,8 Prozent auf 14,6 Millionen sanken.
Diese Verdichtung ist der wichtigste Trend der letzten Jahre: Der Markt wächst nicht mehr in der Breite, sondern konzentriert sich auf wenige starke Uhrenmarken. Auch deutsche Hersteller wie Glashütte Original (Swatch Group) oder A. Lange & Söhne (Richemont) sind Teil dieser Konzernstruktur, während Nomos, Sinn und Junghans eigenständig geblieben sind.
Schweizer Uhrenmarken: die drei Preisklassen
„Schweizer Uhrenmarken“ ist keine Qualitätsangabe, sondern eine Herkunftsangabe. Zwischen einer Tissot für unter 500 Euro und einer Patek Philippe für sechsstellige Beträge liegen Welten – beide tragen den Schriftzug „Swiss Made“. Sinnvoller ist eine Einteilung nach Preisniveau. Alle folgenden Angaben beruhen auf aktuellen Marktpreisen diverser Marktplätze sowie auf eigenen Daten (Stand 2026) und beziehen sich auf ungetragene oder gut erhaltene gebrauchte Exemplare.
Spitzensegment: ab etwa 25.000 Euro
Patek Philippe gilt als Maßstab der klassischen Uhrmacherei. Aktuelle Referenzen bewegen sich weit oben: Eine Aquanaut 5167A liegt bei rund 71.500 Euro, eine Nautilus 5811/1G bei etwa 161.000 Euro, komplizierte Modelle der Grand-Complications-Reihe deutlich darüber.
Audemars Piguet wurde 1875 in Le Brassus gegründet und ist vor allem für die Royal Oak bekannt. Herrenmodelle in Edelstahl bewegen sich zwischen etwa 31.500 und 97.000 Euro. Gut erhaltene Vintage-Exemplare aus den 1940er- bis 60er-Jahren gibt es dagegen schon unter 2.000 Euro – ein Preisunterschied, der zeigt, wie stark einzelne Baureihen den Markenwert prägen.
A. Lange & Söhne aus Glashütte gehört ebenfalls in diese Klasse. Einstiegsmodelle wie Saxonia, 1815 oder Cabaret liegen zwischen etwa 11.000 und 18.000 Euro, ein Datograph bei rund 72.500 Euro.
Oberes Premiumsegment: etwa 5.000 bis 25.000 Euro
Rolex ist die meistgehandelte Marke des Gebrauchtmarkts. Die offiziellen Listenpreise reichten im Frühjahr 2026 von 5.950 bis 170.900 Euro; zum Jahreswechsel 2026 erhöhte die Manufaktur erneut um 2,5 bis rund 6 Prozent, bei Goldmodellen teils deutlich stärker. Auf dem freien Markt kostet eine ungetragene Submariner Date 126610LN derzeit rund 13.200 Euro, eine Daytona 126500LN etwa 31.000 Euro. Gut erhaltene Vintage-Rolex aus den 1940er- und 50er-Jahren beginnen dagegen bei etwa 1.000 Euro.
Cartier war 2025 die am schnellsten wachsende große Marke und kam auf 8,7 Prozent Marktanteil. Der Großteil der Uhren liegt zwischen 3.000 und 12.000 Euro, Goldmodelle schnell über 20.000 Euro. Ältere Quarz-Damenuhren sind bereits ab rund 1.000 Euro zu haben.
Omega rutschte 2025 auf Platz fünf der umsatzstärksten Schweizer Marken ab. Aktuelle Speedmaster- und Diver-300-Modelle kosten ungetragen zwischen 6.000 und 9.000 Euro, eine Aqua Terra beginnt bei rund 3.300 Euro. Nach oben ist die Spanne weit, nach unten ebenfalls: ältere Seamaster aus den 1970er-Jahren gibt es ab etwa 200 Euro.
IWC Schaffhausen, 1868 gegründet, steht für Fliegeruhren und die Portugieser-Linie. Gebrauchte IWC-Uhren sind im Schnitt etwa 20 Prozent günstiger als ungetragene Exemplare, je nach Zustand und Modell auch bis zu 50 Prozent.
Jaeger-LeCoultre liefert seit Jahrzehnten Werke an andere Hersteller und baut mit der Reverso einen der bekanntesten Formuhren-Klassiker. Aktuelle Modelle starten bei etwa 6.300 Euro, gut erhaltene Vintage-Uhren gibt es zwischen 500 und 3.000 Euro.
Breitling (gegründet 1884) ist für robuste Chronographen bekannt. Klassiker wie Navitimer und Chronomat kosten gebraucht zwischen etwa 1.500 und 50.000 Euro; aktuelle Baureihen beginnen gebraucht bei rund 3.000 Euro, ältere Modelle bereits ab 600 Euro.
Tudor, die Schwestermarke von Rolex, liegt ungetragen zwischen etwa 1.300 und 30.000 Euro, der Großteil zwischen 2.500 und 5.000 Euro. Gebrauchte Exemplare sind 5 bis 25 Prozent günstiger. Auch Tudor erhöhte 2026 die Listenpreise – um durchschnittlich 5 bis 6 Prozent.
Zenith und Panerai runden dieses Feld ab. Zenith baut mit dem El Primero eines der wenigen hochfrequenten Chronographenwerke der Branche – ein Kaliber, das jahrelang auch in der Rolex Daytona arbeitete.
Einstiegssegment: etwa 400 bis 3.000 Euro
Longines deckt eine ungewöhnlich große Spanne ab: von knapp 100 Euro für alte Quarzmodelle bis etwa 50.000 Euro für seltene Stücke. Aktuelle Kollektionen beginnen bei rund 1.000 Euro, Taucheruhren der HydroConquest-Reihe liegen zwischen 1.300 und 2.100 Euro.
Oris ist einer der letzten unabhängigen Schweizer Hersteller im mittleren Segment. Das Kernprogramm aus Taucheruhren und Fliegeruhren in Edelstahl liegt zwischen 1.600 und 3.000 Euro.
TAG Heuer beginnt bei neuwertigen älteren Quarzmodellen ab etwa 400 Euro. Carrera und Aquaracer als Dreizeiger liegen bei 1.700 bis 2.550 Euro, die Chronographen dieser Reihen zwischen 2.600 und 6.300 Euro.
Dazu kommen die Volumenmarken der Swatch Group – Tissot, Certina, Hamilton und Mido –, die den Bereich unter 1.000 Euro abdecken und für viele Käufer der erste Kontakt mit einer mechanischen Schweizer Uhr sind.
Uhrenmarken nach Preisniveau
Typische Marktpreisspanne je Marke – Stand 2026. Richtwerte aus diversen Marktplätzen und eigenen Daten. Logarithmische Skala.
Deutsche Uhrenmarken: Glashütte, Pforzheim, Frankfurt
Deutsche Uhrenmarken spielen im Weltmarkt mengenmäßig eine kleine Rolle, haben aber in zwei Regionen eine durchgehende Tradition: im sächsischen Glashütte und im Raum Schwarzwald/Pforzheim. Dazu kommt Frankfurt als Sitz eines Spezialisten für Einsatzuhren.
Glashütte in Sachsen
In Glashütte begann die Uhrmacherei 1845 mit Ferdinand Adolph Lange. Heute sitzen dort mehrere Hersteller auf engem Raum:
A. Lange & Söhne steht für das höchste Preisniveau in Deutschland und gehört zu Richemont. Glashütte Original, 1994 aus dem VEB Glashütter Uhrenbetriebe hervorgegangen und heute Teil der Swatch Group, beginnt bei rund 5.200 Euro für schlichte Herrenmodelle in Edelstahl; Uhren mit Panoramadatum oder Mondphase liegen zwischen 6.500 und 10.000 Euro, Chronographen ab etwa 6.900 Euro.
Nomos Glashütte wurde 1990 gegründet und ist unabhängig geblieben. Der Großteil der Uhren liegt zwischen 1.500 und 4.000 Euro, einzelne Club-Modelle bereits ab rund 1.000 Euro. Damit ist Nomos die zugänglichste Marke mit eigenem Manufakturkaliber aus Glashütte.
Ergänzt wird das Feld durch Union Glashütte, Mühle-Glashütte (seit 1945) und Tutima.
Schwarzwald, Pforzheim und Frankfurt
Junghans aus Schramberg, gegründet 1870, war zeitweise die größte Uhrenfabrik der Welt. Die Max Bill mit Automatikkaliber kostet zwischen 700 und 790 Euro, Quarzvarianten rund 300 Euro weniger, der Meister Chronoscope zwischen 1.290 und 1.390 Euro. Damit ist Junghans die Marke mit dem niedrigsten Einstiegspreis in diesem Überblick.
Sinn Spezialuhren aus Frankfurt baut funktionsorientierte Einsatzuhren. Ungetragene Exemplare beginnen bei etwa 1.160 Euro für Modelle wie die 556 oder 104, die Taucheruhr U1 liegt bei rund 2.240 Euro, der Chronograph 903 mit Rechenschieberlünette ab etwa 3.320 Euro.
Laco (Pforzheim, 1925) und Stowa sind für Fliegeruhren im historischen Beobachtungsuhren-Stil bekannt und siedeln sich im unteren dreistelligen bis niedrigen vierstelligen Bereich an.
Japanische Uhrenmarken
Japan ist die dritte große Uhrennation. Seiko deckt praktisch jedes Preissegment ab: Eine Seiko 5 Sports kostet rund 206 bis 276 Euro, eine Prospex Turtle etwa 775 Euro, Sondereditionen und Modelle mit Spring-Drive-Kaliber zwischen 2.770 und 3.770 Euro. Citizen ist vor allem für lichtbetriebene Eco-Drive-Werke bekannt. Wer eine mechanische Uhr mit hoher Fertigungsqualität für wenig Geld sucht, findet hier den günstigsten Einstieg.
Teure Uhrenmarken: Wo die Preise wirklich anfangen
Bei der Frage nach teuren Uhrenmarken werden die Größenordnungen oft unterschätzt. Die Grafik oben zeigt es deutlich: Zwischen dem Einstieg bei Junghans und dem Einstieg bei Patek Philippe liegt der Faktor 100. Entscheidend ist dabei weniger die Marke selbst als das Modell innerhalb der Marke – eine einfache Rolex Oyster Perpetual und eine Daytona trennen mehrere zehntausend Euro, obwohl beide dieselbe Krone auf dem Zifferblatt tragen.
Ein zweiter Punkt betrifft die Listenpreise. Rolex hat die Preise zum Jahresbeginn 2026 erneut angehoben, um 2,5 bis rund 6 Prozent, bei Goldmodellen weltweit teilweise um bis zu neun Prozent. Tudor zog mit 5 bis 6 Prozent nach. Wer den Neupreis als Orientierung nimmt, sollte deshalb immer das Jahr mitdenken – eine Preisliste von 2023 ist heute keine Grundlage mehr.
Uhrenmarken für Herren und Damen
Die Suche nach „Uhrenmarken Herren“ führt fast immer zu denselben Namen – Rolex, Omega, Breitling, IWC, TAG Heuer –, weil diese Marken ihre Sportmodelle traditionell in Größen ab 39 Millimetern anbieten. Das ist allerdings eher eine Frage der Gehäusegröße als der Marke: Fast alle genannten Hersteller bauen dieselben Baureihen auch in kleineren Durchmessern.
Bei Damenuhren ist das Feld breiter, als die Suchergebnisse vermuten lassen. Cartier, Longines und Chopard haben eigene Damenlinien, Rolex bietet die Lady-Datejust in 28 Millimetern an, und viele Vintage-Modelle der 1960er- bis 80er-Jahre liegen ohnehin zwischen 26 und 34 Millimetern. Eine Auswahl finden Sie in unserer Kategorie Damenuhren.
Welche Uhrenmarke passt zu Ihnen? Ein Kaufratgeber
In Verkaufsgesprächen höre ich vor allem zwei Motive: Die Uhr soll am Handgelenk erkannt werden, und das Werk soll etwas taugen. Beides zusammen schränkt die Auswahl stärker ein, als man denkt – und es erklärt, warum einige technisch hervorragende Marken im Gebrauchtmarkt so schwer laufen.
Genau das beobachte ich bei Zenith und Jaeger-LeCoultre sowie bei Longines und Oris: Das sind gute Uhren, nach denen kaum jemand fragt. Wer bereit ist, auf den Wiedererkennungswert am Handgelenk zu verzichten, bekommt in diesen vier Marken für dasselbe Geld spürbar mehr Uhr – ein El Primero von Zenith ist technisch anspruchsvoller als vieles, was bei bekannteren Marken zum gleichen Preis im Regal liegt.
Für die praktische Auswahl helfen drei Fragen:
Wie wichtig ist Ihnen der Wiederverkauf? Wenn er eine Rolle spielt, engt das die Auswahl auf wenige Marken und innerhalb dieser auf wenige Baureihen ein. Wenn er keine Rolle spielt, öffnet sich das Feld enorm.
Neu oder gebraucht? Der Unterschied ist erheblich. Bei IWC liegen gebrauchte Exemplare im Schnitt etwa 20 Prozent unter ungetragenen, bei einzelnen Modellen bis zu 50 Prozent. Bei Tudor sind es 5 bis 25 Prozent. Diese Differenz zahlt der Erstkäufer, nicht Sie.
Welches Werk soll drin sein? Manufakturkaliber sind nicht automatisch besser, aber sie bestimmen Serviceintervalle, Ersatzteilversorgung und Reparaturkosten mit. Bei Uhren mit Chronometerzeugnis ist zusätzlich die Ganggenauigkeit unabhängig geprüft.
Wenn mir jemand eine Uhr zum Ankauf anbietet, schaue ich unabhängig von der Marke zuerst auf Vollständigkeit und Zustand – Box, Papiere, Originalarmband. Bei uns gibt es kein klassisches Ladengeschäft. Wer eine Uhr kaufen oder verkaufen möchte, kommt nach vorheriger Absprache persönlich vorbei; das ermöglicht eine ruhige, ehrliche Bewertung ohne Zeitdruck.
Markenwahl und Wiederverkauf: der aktuelle Markt
Der Gebrauchtmarkt 2026 ist zweigeteilt. Rolex verkauft sich stabil, die übrigen Marken liegen deutlich länger. Gleichzeitig verlagert sich die Nachfrage nach unten: Viele Kunden kaufen heute eher im Bereich zwischen 2.000 und 5.000 Euro als darüber. Das entspricht dem, was ich in über 30 Jahren Uhrenhandel immer wieder beobachte – wenn die Zurückhaltung steigt, trifft sie zuerst die teuren Segmente.
Die Marktzahlen stützen dieses Bild. Die Schweizer Uhrenexporte gingen 2025 wertmäßig um 1,7 Prozent zurück, die Stückzahlen sogar um 4,8 Prozent – während die vier größten Marken ihren Anteil ausbauten. Auf dem freien Markt liegen die Rolex-Preise seit dem Hoch 2022 spürbar niedriger, bei den gefragten Sportmodellen aber weiterhin über den Listenpreisen.
Zur häufigsten Frage – welche Uhrenmarke hält den Wert? – sage ich ehrlich: Die Vergangenheit hat gezeigt, dass der Wert stark vom Modell abhängt, nicht von der Marke allein. Vorhersagen mache ich keine, weil ungewiss ist, ob sich Trends aus der Vergangenheit in Zukunft fortsetzen. Wer eine Uhr ausschließlich als Wertanlage kauft, sollte sich das bewusst machen.
Fazit
Die Landschaft der Uhrenmarken lässt sich auf drei Beobachtungen zusammenfassen: Der Markt konzentriert sich – vier Marken decken rund die Hälfte des Schweizer Umsatzes ab. Der Preisabstand innerhalb einer Marke ist oft größer als der Abstand zwischen zwei Marken. Und die Bekanntheit einer Marke sagt wenig über ihre technische Qualität aus, aber viel über ihre Wiederverkäuflichkeit.
Wer eine Uhr kauft, sollte deshalb zuerst entscheiden, ob Wiederverkauf oder Gegenwert im Vordergrund steht. Beides zugleich gibt es selten. Und wer den Wiedererkennungswert nicht braucht, findet bei den weniger gefragten Marken deutlich mehr Uhr fürs Geld.
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Häufige Fragen zu Uhrenmarken
Welche Uhrenmarken gehören zu welchem Konzern?
Die Swatch Group führt 16 Marken, darunter Omega, Longines, Tissot, Certina, Hamilton, Mido, Rado, Blancpain und Glashütte Original. Zu Richemont gehören unter anderem Cartier, IWC, Jaeger-LeCoultre, Panerai, Vacheron Constantin und A. Lange & Söhne. LVMH besitzt TAG Heuer, Hublot, Zenith und Bulgari. Rolex, Patek Philippe, Audemars Piguet, Richard Mille, Nomos und Sinn sind unabhängig.
Welche ist die teuerste Uhrenmarke?
Gemessen am Einstiegspreis liegt Patek Philippe vorn: Aktuelle Referenzen beginnen im hohen fünfstelligen Bereich, eine Aquanaut 5167A kostet rund 71.500 Euro (Stand 2026). Audemars Piguet folgt mit etwa 31.500 bis 97.000 Euro für Herrenmodelle der Royal Oak. Richard Mille liegt regelmäßig darüber, ist im Gebrauchtmarkt aber sehr selten.
Welche deutschen Uhrenmarken gibt es?
Die wichtigsten sind A. Lange & Söhne, Glashütte Original, Nomos Glashütte, Union Glashütte, Mühle-Glashütte und Tutima aus Glashütte in Sachsen sowie Junghans (Schramberg), Sinn Spezialuhren (Frankfurt), Laco und Stowa (Raum Pforzheim). Die Preisspanne reicht von rund 350 Euro bei Junghans bis über 70.000 Euro bei A. Lange & Söhne.
Welche Uhrenmarke ist die beste für Einsteiger?
Für einen ersten Kontakt mit einer mechanischen Uhr eignen sich Seiko (ab etwa 200 Euro), Junghans (ab rund 350 Euro), Tissot und Certina. Wer gleich ein Manufakturkaliber möchte, findet bei Nomos Glashütte ab etwa 1.000 Euro einen Einstieg. Für Schweizer Sportuhren beginnt das realistische Niveau bei Oris und Longines zwischen 1.000 und 3.000 Euro (Stand 2026).
Welche Uhrenmarke hält am besten den Wert?
Rolex ist die einzige Marke, die sich im Gebrauchtmarkt durchgehend stabil verkauft; die vier größten Hersteller Rolex, Patek Philippe, Audemars Piguet und Richard Mille halten zusammen 49,1 Prozent des Schweizer Marktes. Entscheidend ist aber das einzelne Modell, nicht die Marke: Eine gefragte Sportreferenz und eine schlichte Dresswatch derselben Marke entwickeln sich völlig unterschiedlich. Verlässliche Vorhersagen für die Zukunft lassen sich daraus nicht ableiten.
Was kostet eine gebrauchte Uhr im Vergleich zur ungetragenen?
Der Abschlag hängt von Marke, Modell und Vollständigkeit ab. Bei IWC liegen gebrauchte Uhren im Schnitt rund 20 Prozent unter ungetragenen, bei einzelnen Modellen bis zu 50 Prozent. Bei Tudor sind es 5 bis 25 Prozent. Box, Papiere und Originalarmband machen dabei einen erheblichen Teil des Unterschieds aus (Stand 2026).
Sind Schweizer Uhrenmarken besser als deutsche?
Nein, das lässt sich pauschal nicht sagen. „Swiss Made“ ist eine Herkunftsbezeichnung mit Mindestanforderungen an die Wertschöpfung, kein Qualitätssiegel. Deutsche Manufakturen wie A. Lange & Söhne oder Glashütte Original arbeiten auf demselben Niveau wie die Schweizer Spitze; im Wiederverkauf sind Schweizer Marken derzeit allerdings gefragter.
